GREGOR SCHWELLENBACHS REINTERPRETATION VON 20 JAHRE KOMPAKT

Gregor Schwellenbach | 20 Jahre Kompakt Solo Piano Show

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Gestern amüsierte ich mich herrlich auf dem Solopianokonzert Gregor Schwellenbachs im Roten Salon. Der Clue bei diesem Auftritt: er klimperte mit seinen geschickten Fingern Elektro-House-Stücke aus dem Album 20 Jahre Kompakt auf dem Flügel nach.

Gregor, das war gestern Abend ein im schwarzen Anzug gekleideter, mit Vollbart und einer prächtigen Haarmähne, sehr sympathisch anmutender Musiker, der mich in den Bann seiner Klaviermelodien zog und zwischendurch sehr belebende Anekdoten aus dem Erfolgsnähkästchen des Musiklabels Kompakt plauderte. Ein gemischtes Publikum war zugegen und mindestens genauso gespannt wie ich. Gespannt auf diese Liveperformance, bei der angeblich eine ausschließlich durch Bass&Beats lebende Musik auf das Klavier übertragen werden sollte. Als Preisträger des VIA! VUT Indie Awards 2014 für das beste Experiment, sollte Gregor nur mehr als ein Mal bei mir den AHA-Effekt herauskitzeln können.

SHORT REVIEW: Bei den ersten Liedern bin ich total verzückt, sie klingen einfach schön. Ich fühle den Rhythmus, der den Song jetzt still umhüllt, die Melodie steht im Vordergrund, Töne fliegen durch die warme Wohnzimmeratmosphäre, ich erkenne den klassischen Aufbau des Housesongs wieder. Gregor spielt die repetitiven Melodien rauf und runter und mich überkommt kurzzeitig eine Furcht vor Eintönigkeit, weil etwas zu fehlen scheint, weil Höhepunkte im Song nicht durch Effekte verstärkt werden können, weil es keinen Filterknopf gibt, der dich mitreisst in die Tiefen und Höhen bis zum erlösenden Paukenschlag – dennoch schafft er es, bei der einen Stelle wieder kleine Überraschungen einzubauen – so, dass man wieder aufatmen kann. Dann, an anderer Stelle passiert wieder etwas Fantastisches, was ein Lächeln bei dir hervorruft und es soll ja nicht genauso sein, wie bei einem Housesong, das ist ja nicht seine Absicht. Das Klavier ist eben nicht viel mehr als ein Klavier.

Am Ende bleibt es eine absurd geniale Idee, den Spieß umzudrehen, Trommelschläge in Klaviertöne umzuwandeln. Frei nach dem Spruch: Alle sagten: Das geht nicht! Bis einer kam, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

 

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