HelloFresh – HelloFoodies

Outstripped ist sehr stolz darauf, in diesem Monat in der aktuellen Ausgabe der EssPress erscheinen zu dürfen. Wir haben die HelloFresh getestet und geschaut, was die kann. Hier die Printausgabe, weiter unten findet ihr nun den ausführlichen Bericht.

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Empfohlen für Leute, die das Kochen für sich (neu) entdecken wollen und sich vom Einkaufen und der Auswahl der Gerichte bis zur Zubereitung einen umfangreichen Service wünschen.

Die Box und der Service:

HelloFresh ist ein innovativer Lebensmittel-Lieferservice in Berlin. Es werden wöchentlich drei bis fünf Rezepte kreiert, wahlweise mit Fleisch oder als vegetarische Variante, hierfür die Zutaten exakt portioniert und in einer Box haltbar verpackt. Dieses Konzept wirbt damit, für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung zu sorgen, lästige Einkaufszeit im Alltag einzusparen, kostenfrei an die Haustür zu liefern und mit einfachen und schnellen Rezepten dem eventuell eintönigen Essverhalten entgegen zu treten.

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Dieser Service, der sich super anhörte, sollte unter den Prüfstand gestellt werden und somit bestellte ich meine erste HelloFresh Box mit vegetarischen Gerichten für zwei Personen und insgesamt drei Mahlzeiten. Ich esse gerne Fleisch, aber verzichte öfters auch bewusst und war gespannt darauf, was sich mir Neues anbieten würde. Eine Woche vor dem von mir festgelegten Liefertag bekam ich eine Übersicht auf die kommenden Gerichte: Halloumi-Gemüse-Spieße mit Zitronenmarinade, Tsatsiki und Kartoffelwedges; Massaman Curry mit im Ofen geschmortem Gemüse an Basmatireis; und Winterpasta mit Wirsing und knusprigen Knoblauch-Semmelbröseln. Hörte sich nicht spektakulär, aber ganz lecker an. Zur Zubereitung Letzteres lud ich meine Freundin Ania ein, die mit mir gemeinsam das erste Mal die HelloFresh Box ausprobieren sollte. Dabei tat sich mir gleichzeitig die Frage auf, was wäre, wenn Jemandem bei diesem Rezept Wirsing einfach nicht schmeckt? Das, was kommt, muss man nehmen und kann vorab nicht beeinflusst werden, also wäre es wohl empfehlenswert, ein Kunde zu sein, der nicht allzu wählerisch ist.

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So weit, so gut. Die Box kam pünktlich zum Liefertermin zu der vorher angekündigten Zeitspanne. Die gelieferten Produkte waren sicher und aufwendig in einer doppelseitigen Box verstaut worden, in der zu kühlende Lebensmittel extra mit Kühlkissen in einer Kühltasche separiert wurden. Es ließ sich erkennen, dass hoher Wert auf die Erhaltung der Frische und des Zustands gelegt wurde.

Das Kochen:

Die Voraussetzungen waren top, wir beide sind leidenschaftliche Köchinnen, Ania war bis vor Kurzem Gastronomin. Eine Pasta mit einer angekündigten Zubereitungszeit von 30 Minuten und der angegebenen leichtesten Schwierigkeitsstufe sollte uns im Handumdrehen gelingen und hoffentlich auch schmecken. Alle Zutaten aus der Box laut Auflistung zusammenzusuchen war noch keine Hürde. Allerdings stellte es sich als ungünstig heraus, dass wir uns wohl zu sicher fühlten, uns auf das Essen und dessen Zubereitung mit Elan freuten, somit etwas ungeduldig waren und nicht richtig lasen. Hinzu kam, dass die Rezeptkarte nicht gut leserlich, die Anleitung verwirrend und die einzelnen Schritte unklar dargestellt waren. Wenn dies alles zusammen fällt, kann schon mal kein perfektes Gericht garantiert werden.

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Das erste Missverständnis entstand bei den Mengenangaben. Wir häckselten im Hausfrauenstil erst mal alles Gemüse klein, bereiteten alles schön vor. Wie sich nach dem kompletten Schnibbeln herausstellte, hätten wir vom Wirsing und der Zitrone jeweils nur die Hälfte benötigt. Beim Knoblauch waren wir intuitiv klug gewesen. Nachdem uns dies aufgefallen war, waren wir nun gezwungen, für vier Personen statt zwei zu kochen. Pasta war auch in doppelter Menge geliefert worden, was uns stutzig machte, da HelloFresh auf seiner Internetseite angibt, portionengenau zu liefern, damit nicht unnötig Lebensmittel weggeworfen werden müssen. Mir ist klar, dass kein halber Wirsing geliefert werden kann, aber was hätte ich nun mit dem Rest machen sollen?

Im weiteren Verlauf waren das Layout und die Beschreibung der einzelnen Schritte leider nicht eindeutig und getrennt beschrieben. Der Wirsing und der Knoblauch mit den Semmelbröseln wurden von uns vermeintlich zusammen in den Ofen gepackt. Das war schlicht weg falsch. Wir konnten das Gericht dennoch retten, mussten aber mehrere Male nachlesen und sprengten die Zeitvorgabe um 15 Minuten. Am Ende hatten wir einen riesen Topf Pasta mit Wirsing auf dem Herd stehen, der eine fünfköpfige Familie hätte satt bekommen.

Das Essen und der Geschmack:

Unser erster Eindruck war: Winterpasta kann man machen! Zitrone konnte leider nicht durchdringen, hätte nach meinem Geschmack mehr sein dürfen, die Soße war ziemlich schnell vollständig von der Pasta aufgesogen worden, sodass der Nachschlag etwas trockener ausfiel. Am innovativsten fanden wir die mit Knoblauch knusprig gebackenen Semmelbrösel als veganer Ersatz für Parmesan. Man könnte diese aber einfacher und schneller in einer kleinen Pfanne ebenso knusprig anbraten. Den intensiven Geschmack von Knoblauch mögen bestimmt nicht alle, wir schon. Der Wirsing blieb trotz der vorherig, nicht regulären Backzeit schön knackig. Uns Fleischesserinnen fehlte bei dem Gericht aber der Pepp. Während wir schmatzten, schwärmten wir davon, dass eine Variante mit angebratenem Speck oder auch Hackfleisch dazu sehr gut käme. Statt Fleisch konnten wir uns auch gehackte Walnüsse vorstellen.

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Fazit vom Schmaus und dem Service der Box Lieferung:

Was der Spaß insgesamt kostet? Aufgerundete 40 Euro für meine Box habe ich gezahlt. HelloFresh rechnet dem Kunden vor, dass ein durchschnittlicher Einkauf sogar etwas teurer kommt…dies bliebe zu überprüfen. Dennoch finde ich den Preis für das Risiko von eventuell missglückten oder persönlich nicht schmeckenden Gerichten ein bisschen zu doll. Bioprodukte waren als Pluspunkt bei meiner Box dabei, dies sah man an den Verpackungen verschiedener Lebensmittel – aber ob die lose Zitrone ökologisch angebaut war, deren Schalenabrieb ich verwendete, war nicht erkenntlich. Alle fünf Wochen kann jeder Kunde die Verpackungsmaterialien, die sich in so einer Zeit garantiert anhäufen, kostenfrei zu Recyclingszwecken an HelloFresh zurücksenden. Dies macht es wiederum für mich als Kunde umständlich, wenn ich mit dem Service eigentlich Zeit sparen möchte. Die missverständlich formulierten Rezeptkarten wurden aktuell laut Facebookseite überholt und verbessert. Den Service habe ich zur Zeit eingestellt.

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