TRAVELDIARY – KÖLN

6 DAYS FULL OF HAPPYNESS – THANKS TO KOMPAKT AND THE KÖLSCHIS

10799965_10203852527567033_622055042_o

Picture by KAITO

6 Tage verbrachte ich vergangene Woche in Köln – eine Stadt, die ihr Herz garantiert am rechten Fleck hat und mit Freundlichkeit gerade nur so um sich schmeißt. Von Berlin nach Köln sind es mit dem ICE gute vier Stunden und bei der Einfahrt überquert man den Rhein, der längste Fluss Deutschlands, sensationell! Dabei steigt ein warmes Gefühl auf und spätestens als wir das Bahnhofsgebäude verlassen, der Kölner Dom in der Nachtansicht wie ein schön schaurig überdimensionales Kunstbauwerk aus einer allzu fernen Zeit all over the place erscheint, herrscht sofort kölsche Bierdurst. Also direkt ab ins FRÜH und ein paar lecker Kölsch sowie ein Schnitzel verdrückt, wird das Berliner Gemüt durch den Kölner Kellner mit seinem verschmitzten Lächeln in Wallung gebracht: Na Schätzelein…darf ich dir noch eins bringen? Da kann man nur schwer Nein sagen. Es vergeht keine Stunde und schon hab ich etliche Striche aufm Bierdeckel. Alle sind happy und haben immer was zu reden. Hier hat keiner einen Stock im Po – oder bin ich jetzt diejenige mit dem Stock? Plötzlich befürchte ich, ich könne aus deren Sicht zurückhaltend, verklemmt oder gar arrogant wirken – dieses hippe Asia-Girl aus Berlin – deswegen versuche ich mich innerlich zu mehr Freundlichkeit anzuspornen. Damit sei dann der zuvorkommende und freundlichkeitsbeladene Kreislauf der Stadt Köln wohl auch erklärt – wow, mein Gegenüber hört gar nicht mehr auf zu grinsen – pay off syndrom of warm welcoming feelings.

P1010645

ABEND 2: Da der sehr positive Eindruck dieses beschaulichen Stadtwesens nachhallt wie eine zur vollen Stunde schlagenden Glocke, bekommen wir direkt wieder Lust auf zünftiges Essen und die noch längst nicht befriedigte Bierlust scheint in vollem Gange. So locker flockig wie die Stimmug, genau so sollen sie erneut fließen, diese Kölschis. Wir finden uns zum Abendschmaus im Brauhaus Pütz wieder. Rustikal geht es hier zu, anders wollten wir es auch nicht. Danach geht es ab ins ZUM SCHEUEN REH, wo Felix aka FLEXONAUT und Julian aka part of VIMES auflegen – der Berlin-Köln Austausch auf musikalischer Ebene sozusagen. An diesem Abend ist leider nicht so viel los, aber unserer stets guten Stimmung tut dies keinen Abbruch und der Laden hat viel Charme. ABEND 3: BURGERLOVE im Fairy Tale Style bei HANS IM GLÜCK – einer deutschlandweit beliebten Burgergrillladenkette. Die Auswahl ist groß, die Burger versprechen viel, schmecken lecker, der Preis ist dennoch zu hoch.

2014-11-05 09.58.27

ABEND 4: Erst letztens hatte ich zu Gregor Schwellenbachs mutig innovativer Interpretation der klassischen Version von elektronischer Musik eine Konzert Review geschrieben. Dieses Event mit dem selben Konzept sollte noch eine Stufe höher gelegt werden, weil nun weitere Künstler der KOMPAKT Familie durch ein gesamtes Orchester, dem WDR Funkhausorchester unter Leitung von Wayne Marshall, im Gloria Theater begleitet werden sollten. Nicht nur Gregor Schwellenbach sondern auch Kompakt Labelchef Michael Mayer, Hiroshi Watanabe aka Kaito aus Japan und die Kölner Jungs Coma sind dabei. Das Konzert ist zu diesem Zeitpunkt ausverkauft, wieder weiß so keiner, was ihn erwartet. Es ist jedenfalls einer dieser Gigs, zu denen Michael Mayer seine Eltern einlädt und diese tatsächlich kommen. Elektronische Musik untermalt von einem Orchester, zwei verschiedene Musikwelten, die eine  gemeinsame Melodie spielen. Eine Herausforderung besonderer Art, aber mit einer gewiss sicheren Prognose, dass das ziemlich einmalig sein wird. Und so war es auch: Der Klang des Orchesters durchdrang jede Ecke des Raumes, dazu elektronische Klänge, Beats und Vocals. Die sonst eher monotone beatstarke Housemusik, die sich hier sanfter um die instrumentellen Klänge von Harfe, Streicher und Pauken hindurchschlängelt, erwacht zu einem anderen Leben, kann plötzlich auf anderen Ebenen hervordringen. Die virtuelle Musik wird um wahrhaftig lebende Töne, die vom Orchester in den Saal geschickt werden, verformt, bereichert, aber auch auf wesentliche Melodiedetails reduziert. Es gibt kein klassisches Konzert, bei dem vor Begeisterung zwischen reingerufen wird noch tippt der Fuß des schmunzelnden Violinspielers im gleichmäßigen Rhythmus mit. Auch gibt es keine Houseparty, bei der das komplette Publikum gebannt still steht, sich von den Klängen so intensiv berühren lässt noch bei der Live-Produktion auf der Bühne mehr zu sehen bekommt, als nur einen DJ hinter seinem Laptop. Am Ende bleibt das Erlebnis, an einer sonderbaren Symbiose von elektronisch modern klassischer Musik teilgenommen zu haben. Nach so einem deluxen Konzert wurde der Erfolg und geglückte Auftritt in der fancy Cocktail-Bar George M. gefeiert. (Btw: Das Konzert wurde per Live Stream übertragen. Eine weitere Aufzeichnung kann man am 26.01.15, um 20:05 Uhr hören. Eine weitere Review von dem Konzert inkl. tollen Bildern gibt es hier.)

2014-11-07 12.07.30

Kopakt Artists v.l.: Hiroshi (Kaito), Marius (Coma), Gregor (Schwellenbach), Michael (Mayer)

ABEND 5: Die lange Nacht der Museen und das Novemberwetter kamen genau recht. Es reichte allerdings nur für das Ludwig Museum und seiner aktuellen Ausstellung ‘Ludwig goes Pop‘. Eine schöne Sammlung aus dem Pop Art mit den üblichen Verdächtigen Andy Warhol, Roy Licht­en­stein, Jasper Johns, Robert Rauschen­berg & Co kann man hier noch bis zum 11. Januar 2015 bestaunen. Besonders beeindruckt haben mich lebensecht nachgebaute Menschenkörper, davon gab es eine Menge, sei es aus Gips, Wachs, Kunststoff oder einem anderen Material. Diese Figuren standen meist für sich mit einem leeren Blick, realitätsnah nachgeformt spürte man bei der Betrachtung eine gewisse Intimität mit den dargestellten Objekt-Subjekten und ich wollte gar nicht so lange hinsehen, weil es ja sozusagen unhöflich ist, ‘jemanden’ anzustarren. Wirklich interessant wie hier Grenzen zwischen einer Objekt-Subjekt-Betrachtungsweise verschwimmen und sich jetzt der Reiz eines Wachsfigurenkabinetts, bei dem ich bisher nicht war, nachvollziehen lässt. KOMPAKT war an diesem Abend mit den Acts Gregor Schwellenbach, Triola, Kaito, Coma und Tobias Thomas erneut mit von der Party und verwandelten das Museum in einen Chillout-Konzerthallen-Partyraum. Im Zusammenhang mit Kunst ist es ein MUST, sich im Kölner Dom das bunte Kunstwerk der Fenstergestaltung von Gerhard Richter anzuschauen.

GEWINNSPIEL: Ihr könnt die neue KOMPAKT POP AMBIENT 2015 als CD gewinnen. Dafür sind weitere Köln Tipps oder Anmerkungen gerne willkommen – füge diese unten als Kommentar ein und besuche die Outstripped Facebook Fanpage und drücke auf Gefällt-mir, falls du das eh nicht schon getan hast. Unter allen Mitstreitern wird verlost. GOOD LUCK!

2014-11-04 23.19.11

Ankunft im KOMPAKT Haus

P1010549  P1010557 P1010568 P1010596 P1010604 P1010628 P1010633 P1010641  P1010651 P1010653 P1010693 P1010709 P1010716 P1010721 P1010734 P1010740 P1010747 P1010758P1010805P1010762 P1010766 P1010767 P1010769 P1010780 P1010782P1010783

 

 

sndylcs

3 Comments

  1. Schöner Artikel über eine wirklich liebenswürdige Stadt mit sehr viel Charme, die vor allem auch von der Mentalität der Leute lebt.
    Einer meiner Lieblingsorte ist die romanische Basilika St.Ursula, welche der Stadtpatronin geweiht ist. Besonders beeindruckend ist die “Goldene Kammer”, die das größte jemals aus menschlichen Knochen gefertigte Mosaik beherbergt.
    Im Anschluss sollte man sich das Schreckenskammerkölsch (was seinen Namen nicht aus der “Goldenen Kammer” ableitet) direkt gegenüber im Brauhaus nicht entgehen lassen.

    • Vielen Dank Tobi für die spannenden Tips. Lass ich mir bei meinem nächsten Besuch in Köln bestimmt nicht entgehen!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *